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++ Landtagswahl 2026 im Ticker ++ Cem Özdemir hält Idee, das Amt des Ministerpräsidenten mit Hagel zu teilen, für Quatsch

Bei der Wahl am Sonntag hatten die Grünen mit 30,2 Prozent knapp Platz eins vor der CDU mit 29,7 Prozent erreicht.
dpa/Bernd Weißbrod)09.03.2026, 18:11 Uhr: Die Äußerung von Cem Özdemir, eine Ämterteilung sei „Quatsch“, stößt bei der CDU im Land heftig auf. „Diese herablassende Arroganz der Äußerungen von Özdemir verwundert uns doch sehr“, teilte CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt der Deutschen Presse-Agentur am Abend mit. „Im Grunde ist es exakt die Verlängerung des fragwürdigen Stils der Grünen im Wahlkampf. Das ist Ampel-Sprech.“ (bin)
09.03.2026, 17:19 Uhr: Tim Klüssendorf, Generalsekretär der Bundes-SPD, sprach von einem sehr bitteren Ergebnis für die SPD. Die Konstellation eines Zweikampfs sei zu Lasten der anderen Parteien gegangen, ist auch Klüssendorf überzeugt. Gerade auch die letzte Umfrage, die einen Gleichstand zwischen Grünen und CDU sah, habe sich nochmals ausgewirkt. Denn dadurch sei klar gewesen: jetzt kommt es auf jede Stimme an, wenn es um die Frage geht, wer wird neuer Ministerpräsident. Die zentralen Themen, die die SPD in Baden-Württemberg gesetzt habe wie Bezahlbarkeit, Wirtschaft, Sicherung von Arbeitsplätzen seien die zentralen Themen, die die SPD auch weiterhin setzen wolle. Es sei – auch im Bund – nicht ausreichend gelungen, „die Themen mit uns zu verknüpfen und auch die Menschen davon zu überzeugen, dass wir die richtigen Antworten haben“. Das sei eine Aufgabe, wo die SPD ihren Weg noch stärker finden müsse. Klüssendorf dankte dem SPD-Spitzenkandidaten Andreas Stoch für seinen Einsatz und äußerte Respekt, vor dessen Entscheidung, der SPD in Baden-Württemberg nun die Möglichkeit zu geben sich personell und inhaltlich neu aufzustellen. „Das ist, glaube ich, auch notwendig nach so einem Wahlergebnis, um dann auch wieder mit stärkerer Kraft in die Zukunft zu kommen“, so Klüssendorf. (schl)
09.03.2026, 17:18 Uhr: Die erste Landespressekonferenz mit Cem Özdemir als designiertem Ministerpräsidenten war durchaus unterhaltsam. Der 60-jährige erzählte von seiner Schulzeit mit strengen Lehrern. „Wer in Erdkunde einen Sticker mit der Aufschrift ‚Atomkraft – Nein danke‘ tragen wollten musste mindestens die Standorte von drei Atomkraftwerken nennen können.“ Und auf die Frage, ob er sich nach dem Wahlsieg ein Tattoo stechen wolle, zitierte er sich selbst von einer Podiumsdiskussion des Reutlinger Generalanzeigers: „Auf einen Ferrari macht man doch keinen Aufkleber.“ (bin)
09.03.2026, 16:52 Uhr: Andreas Stoch hätte sich nie vorstellen können, einmal vor die Presse zu treten und ein einstelliges Wahlergebnis, knapp über der Fünf-Prozent-Hürde für die SPD zu verkünden. Das machte er nochmal am Montag in Berlin im Willi-Brandt-Haus deutlich. Er sprach von einem Wahlkampf, der sich nicht wie ein Landtagswahlkampf angefühlt habe sondern wie ein völlig auf die Person konzentrierter Oberbürgermeisterwahlkampf. Über die Monate des Landtags nahm die Frage der Inhalte mehr und mehr ab. Vor einem halben Jahr stand die SPD noch bei 13 Prozent, dann lange Zeit stabil bei 11 Prozent, zuletzt bei 8 in den Umfragen. 5,5 war dann das Ergebnis am Wahlabend. Vor einem halben Jahr lagen auch die Grünen noch deutlich hinter der CDU, erläutert Stoch. Das habe sich zunehmend zusammengeschoben. In der Dramatik der Umfragen habe sich dann auch das Ergebnis der SPD zunehmend nach unten verändert.
Der Grund laut Stoch: Menschen, die dem eher progressiven Lager angehören, hätten gesagt, damit nicht die CDU gewinnt, müssten sie jetzt Cem Özdemir wählen. Das sei bis in die engere Kernklientel der SPD hineingegangen. Und das habe nicht allein die SPD getroffen, sondern auch FDP und Linke. (schl)
09.03.2026, 16:52 Uhr: Der Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Kai Burmeister, unterscheidet sich in seiner Kernforderung nicht von den Arbeitgebern. Er fordert die Parteien auf, schnell eine handlungsfähige und stabile Landesregierung zu bilden. „Es geht darum, Arbeitsplätze vor allem in der Industrie zu sichern und gute Lebensverhältnisse vor Ort zu schaffen“, sagt Burmeister. Der DGB schlägt einen Pakt für „starke Wirtschaft und gute Arbeit“ an, mit dem die neue Landesregierung gemeinsam mit Unternehmen und Gewerkschaften die Sicherung des Industriestandorts durch mehr Investitionen, Innovationen und mehr Ausbildung voranbringen soll. (jüs)
09.03.2026, 16:22 Uhr: Ist die Krawatte von Cem Özdemir vom Wahlabend wirklich die Originalkrawatte von Winfried Kretschmann gewesen? Ja, bekannt sich Cem Özdemir, die habe er dankend angenommen, als Glücksbringer. Am Montag trägt er eine rote Krawatte. Dazu auch eine Geschichte. „Man hat mir gesagt, ich würde zu breite Krawatten tragen, daher habe ich mir drei schmale Krawatten gekauft, die waren im Angebot.“ Er hoffe, bald zum Einkaufen zu kommen, um dann mehr schmale Krawatten zu erwerben. (bin)
09.03.2026, 16:21 Uhr: Cem Özdemir geht davon aus, dass er der nächste baden-württembergische Ministerpräsident wird. Maßgeblich sei, was Friedrich Merz und Manuel Hagel zu diesem Thema gesagt hätten, sagte er am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Stuttgart. Damit erteilte er Überlegungen, wie sie etwa Jens Spahn geäußert hatte, eine Absage. Der Chef der CDU-CSU-Bundestagsfraktion hatte eine Aufteilung unter den beiden voraussichtlichen Koalitionären angeregt. Sowohl Cem Özdemir als auch Manuel Hagel sollten zweieinhalb Jahre lang amtieren. Özdemir bezeichnete solche Überlegungen als Quatsch. Es werde auch keine Doppelspitze geben. Auf der Landespressekonferenz sagt er: „Wir sind hier erwachsen und wollen ernsthaft regieren.“ Er bietet einmal mehr der CDU Gespräche an, dazu gebe es auch schon einen ersten Austausch. Aber er stellt klar: „Ich will die Regierung anführen.“ Damit kommentierte er auch die Äußerung von Hagel, der nach Bekanntwerden des Mandatspatts am Mittag im Berliner Adenauerhaus gesagt hatte, nun gehöre alles auf den Prüfstand. Hagel hatte am Sonntag frühzeitig seine Niederlage eingeräumt. Es sei eine gute Tradition, so Özdemir, dass diejenige Partei die Regierung führe, die das bessere Wahlergebnis erzielt habe – auch wenn der Abstand nur eine Stimme betrage. Und Traditionen, so der Spitzenkandidat der Grünen, solle man pflegen. Die Grünen hatten bei der Landtagswahl die CDU um 27312 Zweitstimmen oder 0,5 Prozent überflügelt; beide Parteien kommen gleichwohl im neuen Landtag auf je 56 Sitze. (smic)
09.03.2026, 16:13 Uhr: Der Politikwissenschaftler Frank Brettschneider kann nicht erkennen, dass aus der Gleichheit der Mandate ein Anspruch der CDU auf das Amt des Ministerpräsidenten abgeleitet werden kann. „Ja, es gibt einen Gleichstand, aber die Grünen haben 27 000 mehr Zweitstimmen als die Union“, sagt er. In der Wahrnehmung der Menschen habe Cem Özdemir die Wahl gewonnen. (bin)
09.03.2026, 14:08 Uhr: Markus Frohnmaier lässt nicht locker. Jetzt hat er angekündigt, Manuel Hagel zwei Espressotassen zu schicken, um mit dem CDU-Landesvorsitzenden ins Gespräch zu kommen. Der AfD-Spitzenkandidat sagte bei einer Pressekonferenz am Montag in Stuttgart, dass sich die Programme der beiden Parteien zu 75 Prozent überschnitten. Das Ergebnis der Landtagswahl bedeute: „Die Bürger wollen keine grüne Politik mehr.“ Frohnmaier hatte bereits in einem Interview mit dem Staatsanzeiger betont: „Ich würde mit Manuel Hagel einen Espresso trinken“. Damit reagierte auf das kategorische Nein von Hagel: Der Christdemokrat hatte immer wieder unterstrichen, dass für ihn die Brandmauer steht und dass er mit der AfD „nicht mal einen Espresso“ trinken würde. „Jetzt muss man in Berlin mal über die Brandmauer reden“, ergänzte Frohnmaier. (smic)
09.03.2026, 14:08 Uhr: Merz und Hagel betonen, es gebe keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD. „Unser Kurs ist unverändert. Für die CDU Baden-Württemberg kommt eine Kooperation nicht in Frage.“ Friedrich Merz unterstreicht, er werde keine andere Mehrheit im Bundestag suchen. (bin)
09.03.2026, 14:07 Uhr: Manuel Hagel sieht den Ball bei „Bündnis 90/den Grünen“ und Cem Özdemir für eine Regierungsbildung. „Es gibt keinen Automatismus“, betont er, „und keine automatische Übereinstimmung von Grünen und CDU.“ Was die Pattsituation im Landtag angeht, so steht ein Vorschlag des Unions-Fraktionschefs Jens Spahn im Raum, das Amt zu teilen, Özdemir und Hagel je 2,5 Jahre. Hagel sagt dazu: „Diese Situation ist neu und einmalig, das hat es noch nie gegeben.“ Man werde im Vorstand und in Fraktion beraten, was daraus folge. Hagel spricht aber von einem „inhaltlichen Anspruch“, der daraus erwachse. Aber auch: „Da gehört alles auf den Prüfstand.“ (bin)
09.03.2026, 13:57 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz lobt in Berlin im Konrad-Adenauerhaus nach einer CDU-Vorstandssitzung den Wahlkampf von Manuel Hagel in Baden-Württemberg, der „extrem engagiert“ gewesen sei. Merz war selbst noch am Freitag in Ravensburg und Stockach zur Unterstützung angereist. Die CDU habe 5,6 Prozent dazu gewonnen, 56 von 70 Wahlkreisen und liege bei den Ersttimen um 8,8 Prozent vorne. Er beklagt eine „Kampagne gegen Manuel Hagel und seine Familie“ aus dem Kreise der Grünen: „Das sind die selben Leute, die dann gegen Hass und Hetze im Netz demonstrieren.“ Er gratuliert Cem Özdemir und sagt, die Parität der Mandate müsse sich im Koalitionsvertrag und in der Regierung abbilden. (bin)
09.03.2026, 13:16 Uhr: Der SPD hat die Zuspitzung des Wahlkampfs auf die Spitzenkandidaten Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU) und die Frage nach dem Ministerpräsidenten deutlich Stimmen gekostet. Allein 110 000 SPD-Wähler sind zu den Grünen abgewandert. Andreas Stoch hatte bereits am Wahlabend erklärt, dass er künftig nicht mehr für den Parteivorsitz und auch nicht für den Fraktionsvorsitz kandidieren wird. Auch SPD-Generalsekretär Sascha Binder wird sich zurückziehen und nicht für weitere Parteiämter zur Verfügung stehen. Beide werden allerdings als Abgeordnete im neuen Landtag vertreten sein. Der Landesvorstand der SPD wird heute Abend über die weiteren Prozesse und Verfahren sprechen. Der nächste reguläre Parteitag der SPD findet im November in Karlsruhe statt. Eine Möglichkeit wäre, dass die SPD auf einem vorgezogenen Parteitag bereits vorzeitig einen neuen Vorsitzenden wählt. (schl)
09.03.2026, 12:47 Uhr: Auch die Bauwirtschaft Baden-Württemberg drängt Grüne und CDU zur Eile. „Es gilt, zügig in Sondierungsgespräche zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen einzusteigen. Im Anschluss sollten sich die künftigen Koalitionspartner schnell über die Leitlinien für die Regierungsarbeit einigen“, fordert der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Thomas Möller. Angesichts der enormen Herausforderungen im Wohnungsbau, aber auch bei der Sanierung der Verkehrsinfrastruktur, hält die Bauwirtschaft den Erhalt eines eigenständigen Bauministeriums für unverzichtbar. (jüs)
09.03.2026, 12:26 Uhr: Thomas Bürkle, Präsident der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), und UBW-Hauptgeschäftsführer Oliver Barta fordern von Cem Özdemir und seinen Grünen rasche Koalitionsgespräche. „Bei der Regierungsbildung darf jetzt kein einziger Tag unnötig verloren gehen. Denn die wirtschaftliche Situation in unserem Land ist derart angespannt, dass entschlossenes politisches Handeln keinen Aufschub verträgt“, betonen beide in einer gemeinsamen Erklärung. In der Industrie im Südwesten gingen derzeit Monat für Monat Tausende von Arbeitsplätzen verloren. Die UBW-Spitze fordert ein Sofortprogramm mit dem Belastungen für Unternehmen abgebaut und Wachstumshemmnisse beseitigt werden. Zudem müsse der künftige Ministerpräsident Baden-Württemberg in Berlin und Brüssel wieder mehr Gewicht und Stimme geben. (jüs)
09.03.2026, 11:46 Uhr: Kann die Parität der Mandate – Grüne und CDU haben jeweils 56 Sitze im Landtag – die politische Arithmetik verhindern? „Es ist alles Verhandlungssache“, sagt der Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner. Wäre sogar das „Modell Israel“ möglich, als sich zwei Parteien die Legislaturperiode geteilt haben? „Schwer vorstellbar“, sagt Wehner, in der Wahrnehmung medialen Demokratie habe Özdemir die Wahl gewonnen und Hagel bereits den Grünen einen Regierungsauftrag erteilt. (bin)
09.03.2026, 11:45 Uhr: Das Scheitern der FDP bei der Landtagswahl ist aus Sicht ihres Landeschefs und Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke auch eine Folge des Schiffbruchs der Ampel-Koalition im Bund. „Es war zu Beginn des Wahlkampfs schon spürbar, dass die Wählerschaft unter dem Eindruck des Vertrauensverlustes aus der Ampel und des Endes der Ampel stand“, sagte Rülke in Berlin. Dieser Vertrauensverlust habe die Partei in hohem Maße Wähler gekostet, sagte Rülke. Er verwies auch auf die auf Wählerwanderung zur AfD. (dpa)
09.03.2026, 11:45 Uhr: Markus Frohnmaier und Emil Sänze, die den AfD-Landesverband seit 2022 führen, wollen am 23. Mai erneut für ihre Ämter kandidieren. Das teilten sie am Montag auf einer Pressekonferenz in Stuttgart mit. Bereits in der nächsten Woche soll nach Möglichkeit die neue Fraktion konstituiert werden. Frohnmaier bestätigte, dass der erstmals in den Landtag gewählte Abgeordnete Martin Rothweiler die Fraktion leiten soll, wenn es nach ihm geht. Bislang wurde die Fraktion von Anton Baron geleitet. Dieser hatte jedoch schon im Vorfeld angedeutet, dass er möglicherweise nicht mehr für das Amt zur Verfügung steht. (smic)
09.03.2026, 11:39 Uhr: Der AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier geht nicht davon aus, dass die Verwandtenaffäre seiner Partei geschadet hat. Das sagte er am Tag nach der Landtagswahl bei einer Pressekonferenz in der AfD- Landesgeschäftsstelle in Stuttgart. Emil Sänze, der mit zu ihm zusammen den AfD-Landesverband führt, ergänzte, das interne Ziel sei die Verdopplung der Zahl der Mandate gewesen. Dieses Ziel sei mit 18,8 Prozent der Stimmen erreicht worden. Frohnmaier hatte beim Landesparteitag im November in Hechingen noch von 25 Prozent plus X geredet. „Man muss sich ja auch Ziele stecken“, sagte er nun zur Einordnung. Die Partei habe bei Umfragen regelmäßig zwischen 18 und 20 Prozent gelegen und nur einmal darüber – nämlich bei 21 Prozent. Insofern entspreche das Ergebnis den Erwartungen. Gleich drei Familienmitglieder von Frohnmaier arbeiteten oder arbeiten, wie in den letzten Tagen bekannt wurde, für Kollegen im Bundestag. (smic)
09.03.2026, 11:25 Uhr: Der designierte Ministerpräsident Cem Özdemir wird sich gegen Nachmittag erneut der Landespresse stellen auf einer Landespressekonferenz. Am Vormittag hat der grüne Landesvorstand getagt, um über die Strategie zu beraten, wie man Sondierungsverhandlungen mit der Union aufnimmt. Özdemir hatte sich noch am Wahlabend bemüht, eine Brücke zur CDU zu bauen und Manuel Hagel eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ angeboten. Doch die CDU zeigte sich reserviert, Hagel wiederholte vor jeder Kamera: „Der Auftrag zur Regierungsbildung liegt nicht bei uns.“ (bin)
09.03.2026, 11:25 Uhr: Der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel ist schon in Berlin eingetroffen und wird im Konrad-Adenauer-Haus der CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen. Der spendet demonstrativ Beifall. Mit seinem Sprecher Mark Fraschka und dem dem Ludwigsburger Steffen Bilger, der Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag ist, war Hagel zum Adenauerhaus gelaufen. Gegen 13.30 Uhr wird eine Pressekonferenz stattfinden mit Merz und Hagel. Am Abend tagt ab 19 Uhr der CDU-Landesvorstand, um über das weitere Vorgehen zu beraten. (bin)

09.03.2026, 09:57 Uhr: „Zuerst das Land, dann die Parteien.“ Diese Maxime müssten alle im neuen Landtag vertretenen Parteien befolgen, um die aktuelle Strukturkrise zu überwinden, fordert der Präsident des Wirtschaftsverbandes Industrieller Unternehmen Baden (WVIB), Bernd Sutter. Der Medizintechnik-Unternehmer aus Emmendingen nimmt den Wahlsieger dabei besonders in die Pflicht: „Baden-Württemberg ist der wirtschaftliche Motor Deutschlands. Der Wahlsieger Cem Özdemir trägt nun die besondere Verantwortung, alles dafür zu tun, diesen Motor wieder richtig auf Touren zu bringen.“ Entscheidend seien jetzt eine konsequente Reformagenda, spürbarer Bürokratieabbau und bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte. Und das müsse rasch umgesetzt werden. „Lange Koalitionsdebatten können wir uns nicht leisten“, betont Sutter. Der WVIB vertritt rund 1.060 produzierende Unternehmen mit 288.000 Beschäftigten und weltweit 65 Milliarden Euro Umsatz. (jüs)
09.03.2026, 09:38 Uhr: FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner macht ernst und will sich nach einer verlorenen Wette zur baden-württembergischen Landtagswahl eine Glatze rasieren. „Liberale stehen zu ihrem Wort – auch in einer Niederlage. Genauso entschlossen, wie wir der Gegenentwurf zu Stillstand und Pessimismus sind, halte ich auch Wort“ sagte Büttner der „Rheinischen Post“. Wann und wo sie zur Tat schreiten wird, blieb offen. (dpa)
09.03.2026, 09:24 Uhr: Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen Pakt für „starke Wirtschaft und gute Arbeit“ angeregt. Bei diesem sollte sich die neue Landesregierung gemeinsam mit Unternehmen und Gewerkschaften auf die Sicherung des Industriestandorts durch mehr Investitionen, Innovationen und mehr Ausbildung verständigen, teilte der DGB mit. (dpa)
09.03.2026, 09:20 Uhr: Fünfzehn Jahre lang, in seiner gesamten Zeit als Ministerpräsident, hat Winfried Kretschmann damit gehadert, dass die Grünen auf Bundesebene das Erfolgsmodell Baden-Württemberg nicht ausreichend kopierten. Jetzt bekennt Felix Banaschak, der Bundesvorsitzende im „Morgenmagazin“ am Tag nach dem Wahlsieg im Südwesten, „wir wären ja blöd, wenn wir aus diesem Wahlergebnis nichts lernen würden“. Denn Cem Özdemir habe gezeigt, „wenn man es mit inhaltlicher Klarheit und der Ansprache der Menschen richtig angeht, dann ist bei uns einiges drin“. Die Ampel wirke noch immer nach, aber Baden-Württemberg beweise, „da geht noch mehr“. Zumal die Grünen dort auch nicht zum ersten Mal so gut abgeschnitten hätten.
Aus Nachwahlbefragungen geht hervor, dass eine satte Mehrheit auch im Südwesten angibt, zu meinen, dass die Grünen in ihr Leben hineinwirken wollten oder zu viele Vorgaben machten, dass aber Özdemir als Kandidat diesen Malus wettmachen konnte. (bjhw)
09.03.2026, 08:56 Uhr: Die Landtagswahl fand am internationalen Frauentag statt. Was bedeutet das für den Anteil der Frauen im neuen Landtag? Bei den Grünen entfallen 28 Plätze auf Frauen, bei der CDU sind es 16 Frauen, die in den Landtag einziehen werden. Bei der SPD entfällt die Hälfte der 10 Sitze auf Frauen. Bei der AfD ziehen nach aktuellem Stand vier Frauen in den Landtag ein. Insgesamt würden danach 53 der 157 Sitze auf Frauen fallen. Das entspricht einem Frauenanteil von 33,8 Prozent. (schl)
09.03.2026, 08:34 Uhr: „Die neue Zweidrittelmehrheit bietet keinen Anlass zum Zurücklehnen und ist auch keine Bestätigung, dass alles Bisherige gut war“, sagt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold. Eine grün-schwarze Großkoalition bringe mehr Verantwortung denn je fürs Land. Sie sei ein Auftrag, ohne Überheblichkeit endlich wirksam an die Probleme heranzugehen. „Alle sagen immer: Die Politik hat kein Erkenntnisproblem. Jetzt gilt es zu beweisen, dass sie auch kein Umsetzungsproblem mehr hat. Baden-Württemberg muss es besser machen als Berlin nach der letzten Bundestagswahl, wo wir bis heute auf spürbare Impulse für die Wirtschaft warten“, so Reichhold.
09.03.2026, 08:28 Uhr: „Mit der durch die personelle Zuspitzung marginalisierten SPD und der an der Fünf-Prozent-Hürde gescheiterten Linkspartei ist klar, dass die sozialpolitische Opposition in den nächsten fünf Jahren von außerhalb des Landtags kommen muss und kommen wird“, kommentiert Verdi-Landesbezirksleiterin Maike Schollenberg das Wahlergebnis. Zugleich betont sie, dass Verdi von allen, die im Wahlkampf für eine Stärkung der Kommunen eingetreten sind, erwartet, „dass den Worten jetzt Taten folgen“.
09.03.2026, 07:48 Uhr: Bei der Landtagwahl haben die Grünen knapp die Nase vorn, um 0,5 Prozent, doch nach dem aktuellen Stand kommen beide Parteien auf jeweils 56 Sitze. Auf die AfD entfallen 35 Sitze, auf die SPD 10. Insgesamt wird der Landtag 157 Abgeordnete haben, drei mehr als bisher. Kritik an der Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg gab es durchaus: Einige befürchteten einen XXL-Landtag mit 200 Abgeordneten. So kam es zwar nicht – für eine Rekordgröße reicht es aber doch. (schl/dpa)
23.18 Uhr: Der SPD-Landespartei- und Fraktionschef Andreas Stoch hat dem vorläufigen Auszählungsergebnis zufolge in seinem Wahlkreis Heidenheim 15,9 Prozent der Erststimmen geholt. Stoch landet damit auf dem vierten Platz hinter den Wahlkreiskandidaten von CDU, AfD und Grünen. Bei der Landtagswahl 2021 waren es noch 20,2 Prozent gewesen.
Nach dem historischen Tief der SPD im Land kündigte Stoch noch am Wahlabend seinen Rücktritt als Landes- und Fraktionschef an. Im Landtag wolle er aber weiter vertreten sein, sagte er in Stuttgart. (dpa)
23.01 Uhr: Winfried Kretschmann hat immer an den Sieg geglaubt. Und sieht den Kandidatenfaktor als entscheidend an: „Das war nur er, das hat gezogen.“ Eine besondere Geste: Kretschmann hat Özdemir genau die Krawatte geschenkt, mit der er 2011 an der selben stelle seinen Wahlsieg verkündet hat. Die trägt Özdemir nun wieder. (bin)
Binkowski)22.56 Uhr: Lange war unklar, ob und wie die Grünen ihre Erfolge aus dem Jahr 2021 halten werden können. Am späteren Wahlabend stand fest: alle vier Wahlkreise bleiben in ihrer Hand. Muhterem Aras konnte den Wahlkreis Stuttgart I mit 46,9 Prozent verteidigen. Cem Özdemir gewann den Wahlkreis Stuttgart II mit 47,9 Prozent. Oliver Hildenbrand verteidigte den Stuttgarter Norden mit 30,3 Prozent. Und Petra Olschowski gewann den Wahlkreis Stuttgart IV mit 33,6 Prozent erneut. (bjhw)
22.51 Uhr: Winfried Herrmann, das grüne Urgestein, ist überglücklich: „Die Partei ist gestanden, diese Aufholjagd war unglaublich.“
Danyal Bayaz ist wie immer gut gelaunt, heute aber noch etwas mehr. Der grüne Finanzminister bekennt: „seit zwei Wochen konnte ich mir das vorstellen, aber vorher nicht.“ (bin)
Cem Özdemir gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf der Bühne:
Binkowski)22.45 Uhr: Der CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel ist sichtlich angefressen an diesem Abend, wirkt immer wieder unwirsch und genervt, auch gegenüber der Presse. Nach den TV-Interviews bricht Manuel Hagel direkt nach Berlin auf, wo er am nächsten Morgen von der Bundespartei empfangen wird. Trotz des sichtbaren Frustes durch die dann doch noch knappe Niederlage bleibt er dann aber in Interviews freundlich, gratuliert Cem Özdemir und den Grünen und sieht den Regierungsauftrag bei ihnen. (bin)
22.43 Uhr: Dann stehen sie bei den Grünen alle auf der Bühne: Die Minister von Danyal Bayaz bis zu Winfried Hermann, Kretschmann, Özdemir, Andreas Schwarz, der treue Fraktionschef – Özdemir dankt seiner Frau Flavia „Sie wird eine erstklassige First Lady“. Die grüne Familie feiert, dann kommt der DJ mit „Pump up the jam“, es beginnt eine rauschende Wahlparty bei den Grünen in der Staatsgalerie. (bin)
22.33 Uhr: Die Wahllokale hatten bereits gut vier Stunden geschlossen, als endlich zur Sprache kam, dass der 8. März nicht nur Wahl-, sondern auch Internationaler Frauen-Tag ist. Cem Özdemir erinnerte auf der Feier der Grünen in der Stuttgarter Staatsgalerie an jene Frauen weltweit, denen der Zugang zu Bildung, zu Verhütung und zu gesellschaftlicher Teilhabe verweigert wird. Erst wenn sich das ändere, sei die Welt eine bessere. Als künftiger Ministerpräsident will er schnell Kita-Plätze in den Blick nehmen, die Tatsache, dass Pflegearbeit noch immer vor allem von Frauen geleistet wird und vor allem die steigenden Zahlen von häuslicher Gewalt. Wenn sich daran nichts ändere, „dann haben wir allen keinen guten Job gemacht“. (bjhw)
22.27 Uhr: Versöhnliche Worte in Richtung CDU. „Ich will mich ich ausdrücklich bei dem bisherigen Koalitionspartner bedanken. Wir haben mit Winfried Kretschmann das Land erfolgreich regiert. Das waren nicht nur die Erfolge der Grünen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man gesteckte Ziele nicht erreicht. Das tut manchmal weh.“ Es müsse aber eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein, die CDU habe hart gekämpft, alles gegeben, nun aber gelte: „Die Wähler haben uns einen Auftrag gegeben, das Land gemeinsam zu regieren. Ich will mich in den Dienst dieser Aufgabe stellen.“ (bin)
22.23 Uhr: Özdemir hält eine bemerkenswerte Rede. Er spricht über seine Herkunft, sagt: „Mir wurde in meinem Leben so oft gesagt, was nicht möglich ist.“ In der Schule hatte er vier Jahre eine 5 in Deutsch. Aber er habe gezeigt, dass es möglich ist, dass nicht wichtig sei, woher man komme, oder welche Muttersprache man habe, ob man Schwäbisch, Badisch oder vielleicht sogar Hochdeutsch spreche, „dann bisch dabei“, sagt er. Die Wahl des Grünen Winfried Kretschmann 2011 sei kein Unfall gewesen, sagt er unter Jubel. (bin)
22.20 Uhr: Jubel bei den Grünen, als Cem Özdemir und Winfried Kretschmann auf die Bühne kommen. Sie halten sich gegenseitig den Arm hoch zur Siegerpose. Die Grünen können es kaum fassen, sie haben zum vierten Mal die CDU besiegt, was kaum noch jemand für möglich gehalten hat. „Heute ist der Tag da, wir habe die Wahl gewonnen, liebe Freundinnen und Freunde“, sagt Özdemir. „Ihr habt auf diesen Tag so lange geartet.“ Abgesänge auf die Grünen seien verfrüht gewesen. „Ich will den Bürgerinnen und Bürgern herzlich danken, daraus ergibt sich ein Auftrag“, sagt er, und will auch allen danken, die ihn nicht gewählt haben. (bin)
22.06 Uhr: Einer wollte sich den historischen Abend auch nicht entgehen lassen: Boris Palmer ist nicht zum Feiern nach Stuttgart gekommen, sondern er hat dem Landtag, seiner früheren Wirkungsstätte als grüner Abgeordneter, einen Kurzbesuch abgestattet. Er freue sich, weil er schon lange mit Cem Özdemir befreundet sei, kommentierte der Tübinger OB das Ergebnis, und fürs Land sei gut, dass die politische Mitte gestärkt worden ist. Für ungefragte Ratschläge wollte er nicht zur Verfügung stehen, denn die könnten bekanntlich Schläge sein. Sagte es, und zog wieder ab zum Feiern mit seiner früheren Partei in die Staatsgalerie. (bjhw)
22.01 Uhr: Trotz des Erfolgs der Grünen bei der Landtagswahl erntet Spitzenkandidat Cem Özdemir vom Partei-Nachwuchs Kritik. „Wichtiger als ein gutes Ergebnis für die Partei ist am Ende auch gute Politik für die Menschen in Baden Württemberg. Nach den letzten Wochen mit Cem Özdemir bin ich mir nicht sicher, ob das automatisch das Gleiche heißt“, sagte der Co-Vorsitzende der Grünen Jugend, Luis Bobga, dem Sender RTL/n-tv.
Özdemir gilt als Vertreter des pragmatischen Realo-Flügels und hatte immer wieder Konflikte mit seiner eigenen Partei, zuletzt beim Thema Migration oder beim Umgang mit dem Verbrenner-Aus. Am Wahlabend sagte er in der ARD: „Wenn ich dieses Land führe, führe ich es in der Mitte und nicht nach Parteibuch.“
Bobga sagte, bei ihm bleibe ein „Fragezeichen hängen, ob das am Ende noch grüne Politik ist“. Özdemir könne nicht alleine regieren, sondern müsse das als Teil der grünen Partei machen. „Dazu zählt auch, dass Boris Palmer als sein besserer Kumpel und Trauzeuge eben keine Rolle spielen darf in der Regierungsbildung“, so Bobga. Özdemir hatte sich im Wahlkampf wiederholt mit dem Ex-grünen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer gezeigt. (dpa)
21.32 Uhr: Mit einer faustdicken Überraschung wartet die Landtagswahl auf. Cem Özdemirs Grüne vorne, Manuel Hagel sieht den Regierungsauftrag bei der Ökopartei. Es bleiben bei der CDU viele Verletzungen, zwei Rücktritte bei SPD und FDP. Hier geht’s zum Kommentar zur Landtagswahl von Chefredakteur Rafael Binkowski.
21.05 Uhr: Der Auftrag zur Regierungsbildung in Baden-Württemberg liegt nach den Worten von CDU-Landeschef Manuel Hagel bei den Grünen und deren Spitzenkandidat Cem Özdemir. „Als CDU Baden-Württemberg haben nicht wir den Regierungsbildungsauftrag. Der Regierungsbildungsauftrag liegt bei Herrn Özdemir“, sagte Hagel am Abend in der ARD. Hagel gratulierte den Grünen zu einem „starken Ergebnis“. „Auch ihnen ganz persönlich“, fügte der CDU-Spitzenkandidat mit Blick auf den neben ihm stehenden Özdemir hinzu. Dieser bedankte sich dafür.
Hochrechnungen von ARD und ZDF sahen die Grünen vor der CDU. Diese hatte im Wahlkampf in Umfrage lange die Nase vorn gehabt. „Natürlich ist das bitter“, sagte Hagel zu dem Ergebnis. Die CDU habe stärkste Kraft werden wollen. Sie habe zwar zugelegt, aber nicht so viel gewonnen, wie sie wollte. (dpa)
20.59 Uhr: Cem Özdemir (links im Bild) und Manuel Hagel bei der Landespressekonferenz.
Schlüter)Andreas Stoch (links) und Hans-Ulrich Rülke ebenfalls bei der Landespressekonferenz.
Schlüter)20.50 Uhr: Nicht nur pflichtschuldigst und der natürlichen Nähe wegen zwischen Gewerkschaften und SPD ist der DGB-Landesvorsitzende Kai Burmeister entsetzt über das sozialdemokratische Landtagswahl-Ergebnis nahe an der der Fünf-Prozent-Hürde. Burmeister sieht die Partei und vor allem den Spitzenkandidaten Andreas Stoch zerrieben im Kopf-an-Kopf-Duell zwischen Cem Özdemir (Grüne) und Manuel Hagel (CDU). Sichere Arbeitsplätze, bezahlbare Mieten und gebührenfreie Kitas seien wichtige Wahlkampfthemen gewesen, so der DGB-Chef, die vielen Beschäftigten unter den Nägel brennen. Tatschlich sei der Wahlkampf zunehmend inhaltsleer geworden, und die SPD habe besonders darunter gelitten. (bjhw)
Schlüter)20.48 Uhr: Hans Ulrich Rülke spricht von einem bitteren Abend für die FDP. Baden-Württemberg war das einzige Bundesland, in dem die FDP nie außerparlamentarisch war. Wie auch der SPD-Landeschef gibt Rülke den Landesvorsitz ab. Stoch und Rülke sprechen beide von einem Wahlkampf, bei dem es nicht um Inhalte gegangen sei, sondern der sich auf Personen konzentriert habe, vergleichbar eine Oberbürgermeisterwahl. Er habe so einen Wahlkampf noch nie erlebt, sagt Stoch. (schl)
20.38 Uhr: Manuel Hagel bedauert, dass es in den letzten Wochen nicht mehr so sehr um Inhalte ging. (schl)
20.35 Uhr: Cem Özdemir macht deutlich, dass es noch ein Kopf an Kopf Rennen ist. Er sieht es jedoch als klaren Auftrag, mit der CDU zusammen das Land zu führen. „Unter welcher Führung wird sich noch zeigen“, so Özdemir. Er sehe das auch als Bestätigung des Kurses der letzten zehn Jahre. (schl)
20.28 Uhr: Gute Laune bei der AfD. Tino Chrupalla kommentiert den Wahlausgang auf der Freitreppe im Stuttgarter Landtag: „Die Wähler wählen jetzt AfD – ist doch wunderbar für uns.“ Bei der Wahlparty oben auf den Fildern lässt sich auch niemand davon verdrießen, dass es zu 20 Prozent nicht gereicht hat. Stattdessen werden immer neue Mandatszahlen genannt. Eine Verdoppelung ist ja auch nicht nichts. Miguel Klauß freut sich, dass sein Co-Sprecher im Landkreis Calw, Andreas Gammel, es auch geschafft hat. (smic)
20.26 Uhr: Robin Morgenstern, Landesvorsitzender der Familienunternehmer in Baden-Württemberg, fordert von den Grünen, ihre im Wahlkampf versprochene Wirtschaftsfreundlichkeit nun unter Beweis zu stellen. „Die Grünen müssen jetzt beweisen, dass sie wirklich für die Wirtschaft eintreten und nicht nur große Wahlkampfversprechen machen. Ziel muss sein, die heimische Wirtschaft wieder schaffen zu lassen, das aber unideologisch, marktwirtschaftlich, schnell und vertrauensvoll mit der Wirtschaft.“, Gleichzeitig bedauerte der Reutlinger Unternehmer das Ausscheiden der FDP aus dem Landtag. „Ohne die FDP-Fraktion wird das Erreichen von Wirtschaftswachstum nicht leichter. Umso wichtiger ist, dass alle Parteien mehr Marktwirtschaft wagen“, sagte Morgenstern. (jüs)
20.17 Uhr: Nach dem voraussichtlichen Scheitern der FDP bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Landeschef und Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke seinen Rücktritt vom Landesvorsitz angekündigt. Bei einem Ausscheiden aus dem Landtag werde er die Position des Landesvorsitzenden niederlegen, erklärte der 64-Jährige im SWR. „Selbstverständlich trage ich persönlich die Verantwortung für diese Wahlniederlage.“ (dpa)
20.16 Uhr: Auch Nina Warken (CDU), die Bundesgesundheitsministerin, macht ein wenig glückliches Gesicht. Sie sagt zum Abschneiden der CDU: „Wir sind angetreten, stärkste Kraft zu werden, die aktuellen Zahlen geben das nicht her. DArüber freuen wir uns natürlich nicht. Wir müssen abwarten, es wird noch ein langer Wahlabend. “ Zweifel am Kandidaten Manuel Hagel lässt sie nicht aufkommen. (bin)
20.13 Uhr: CDU-Landeschef Manuel Hagel hat ausgeschlossen, sich mit Hilfe der AfD zum Regierungschef in Baden-Württemberg küren zu lassen. „Für mich ist kein Amt der Welt so wichtig, dass ich mich mit Stimmen der AfD dort hineinwählen lasse“, sagte der CDU-Spitzenkandidat im SWR. „Es kommt für mich nicht infrage, dass ich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt werden würde, auch wenn’s die rechnerische Möglichkeit gibt.“
Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF könnte neben einem Bündnis aus Grünen und CDU auch eines von CDU und AfD eine Mehrheit im Landtag haben. Die AfD dürfte ihr Ergebnis demnach im Vergleich zur Landtagswahl 2021 nahezu verdoppeln.
AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier sagte im SWR, eigentlich gebe es in Baden-Württemberg eine bürgerlich-konservative Mehrheit. „Herr Hagel, das Angebot steht: Die AfD ist eine bürgerlich-konservative Partei. Vielleicht schaffen wir’s ja auch irgendwann mal auf ‚en Espresso.“ (dpa)
19.58 Uhr: Amelie Vollmer von den Linken verspricht, dass die Linke, auch wenn sie den Einzug in den Landtag verfehlt, die Menschen nicht allein lassen wird. „Wir werden diese Kämpfe für ein bezahlbares Leben in Baden-Württemberg, für sinkende Mieten, auch weiterhin führen.“ (schl)
19.55 Uhr: „Wir gehen schnell auf CDU zu“, kündigte die Grünen-Landesvorsitzende Lena Schwelling im Gespräch mit dem Staatsanzeiger an, als die Hochrechnungen sich im Laufe des Abends stabilisierten. Auch sie betont – wie Spitzenkandidat Cem Özdemir – die erfolgreiche gemeinsame Arbeit seit zehn Jahren.
Schwelling hat viel Erfahrung, auch in solchen Situationen. Sie ist seit 2007 Parteimitglied, und vor allem hat sie als Sprecherin der Grünen Jugend 2016 schon einen grün-schwarzen Koalitionsvertag mit ausverhandelt. Am Wahlergebnis begeistert sie, „wie aufgegangen ist, was wir uns vor Monaten vorgenommen haben“. Damals sei nicht sicher gewesen, dass die Kampagne „wirklich so zieht“. Jetzt herrsche „übergroße Freude“. Und morgen beginne die Arbeit mit Gremiensitzungen, mit dem Dank an alle Mitarbeitenden und mit den ersten internen Gesprächen in der Sondierungsgruppe ihrer Partei, die sich bereits auf die Beratungen mit der CDU vorbereite. (bjhw)
19.47 Uhr: FDP-Chef Christian Dürr spricht nach dem enttäuschenden Ergebnis für die Liberalen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg von einem „bitteren Wahlabend“. Die Partei sei wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen CDU und Grünen unter Druck geraten, sagte er in der ARD. Die FDP dürfte den Hochrechnungen zufolge mit 4,4 Prozent erstmals in ihrem Stammland aus dem Landtag fliegen, dem sie seit mehr als 70 Jahren angehört.
Ein Ende für die FDP als Partei sieht Dürr deswegen aber nicht: „Wir sind nach der Bundestagswahl bei Null gestartet und mir war klar, dass das ein Marathonlauf wird und kein Sprint ist“, sagte er in der ARD. Dazu gehörten auch Niederlagen, die FDP sei mitten in der Erneuerung. (dpa)
19.45 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier sieht in dem Ergebnis einen klaren Wählerwunsch hin zu einem politischen Kurswechsel. „Eines ist doch jetzt bei dieser Wahl ganz deutlich geworden: Baden-Württemberg will eigentlich eine konservative Mehrheit“, sagte er im ZDF. „Die CDU und die AfD hätten gemeinsam genug Stimmen für diese konservative Politik.“ Die Wähler hätten zum Ausdruck gebracht, keine grüne Politik zu wollen, sagte der Co-Landeschef seiner Partei.
„Manuel Hagel und die CDU hätte(n) jetzt alle Möglichkeiten zu sagen: Es ist Zeit für eine Veränderung und Schluss mit grüner Politik“, erklärte Frohnmaier. „Ansonsten werden wir das neue Detroit, und das wollen wir nicht“, fügte er mit Blick auf den Niedergang der US-Autoindustrie und die Bedeutung der deutschen Branche für Baden-Württemberg hinzu.
Die AfD hat ihr Ergebnis der Landtagswahl 2021 laut den Hochrechnungen von ARD und ZDF fast verdoppelt und kommt demnach auf knapp 18 Prozent. Dass die CDU mit der Partei koaliert, gilt aber als ausgeschlossen. (dpa)
19.42 Uhr: Hagel im ARD-Interview mit Özdemir und Frohnmaier. Die „Schmutzkampagne der Grünen“ habe Vertrauen gekostet. „Aber dass ich mich mit Stimmen der AFD der Ministerpräsidenten lasse schließe ich kategorisch aus.“ (dat)
19.38 Uhr: Bei den Linken wird es dann doch lauter als nach den ersten Hochrechnungen. Nachdem alle anwesenden Kandidaten und Kandidatinnen von Landessprecher Elwis Capece auf die Bühne gebeten wurden, dürfen sie mit dem Mitgliedern und Anhängern im Saal die Internationale singen. (jüs)
Schmidt)19.37 Uhr: Auch in den Räumen der Parteien im Landtag sitzen nur wenige. Die Partys finden an anderen Orten statt. (schl)
19.36 Uhr: Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel zeigt sich zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. „Das läuft auf eine Verdoppelung unseres Ergebnisses hinaus, und damit können wir sehr zufrieden sein“, sagte sie in der ARD.
Von ihrer Partei sei in Baden-Württemberg das Gleiche zu erwarten wie im Bundestag, wo die Partei ebenfalls die größte Oppositionspartei stelle, sagte Weidel: „«“Wir werden Oppositionsarbeit machen.“»“
Im ZDF antwortete sie auf die Frage, ob die USA-Reise des AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier in der heißen Phase des Wahlkampfs geschadet habe: „«“Es war seine Entscheidung.“ Frohnmaier habe dort Treffen gehabt, die aus seiner Sicht wichtig für die Wirtschaft in Baden-Württemberg gewesen seien.
Seit mehreren Wochen wird über Beschäftigungsverhältnisse von Verwandten in der AfD diskutiert. Die Debatte kam auf, nachdem Vorwürfe von Vetternwirtschaft in den eigenen Reihen im Landesverband Sachsen-Anhalt geäußert worden waren. Durch Medienberichte wurden dann Fälle bekannt, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Abgeordneten der Partei beschäftigt wurden, teils mehrere Mitglieder einer Familie.
Darauf angesprochen, sagte Weidel: „Von Vetternwirtschaft kann man nicht sprechen, von Vorfällen auch nicht.“ Alle Arbeitsverhältnisse seien legal. Es sei aus ihrer Sicht auch falsch, qualifizierte Menschen auszuschließen, nur weil diese mit irgendjemandem verwandt seien. Da die AfD öffentlich oft schlechtgemacht werde, „können wir uns auch unser Personal nicht aussuchen, und dementsprechend macht das auch alles Sinn“. (dpa)
19.33 Uhr: Trotz der Aufholjagd der Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann den Wahlkampf der Christdemokraten gelobt. „Ich will es nicht schönreden, trotzdem ist es so, dass die CDU Baden-Württemberg klar zugelegt hat, dass sie eine gute Schlussoffensive in den letzten Tagen hingelegt hat“, sagte er in der ARD. Die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel hatte in den Umfragen vor der Wahl zeitweise die Nase vorn, liegt nach den ersten Hochrechnungen derzeit aber knapp auf dem zweiten Platz.
Kritik daran, dass möglicherweise mangelnde Reformen auf Bundesebene Stimmen gekostet hätten, wies Linnemann zurück. Man habe im Bund erheblichen Rückenwind gegeben. Es sei zu früh, die Lage zu analysieren, man müsse den Abend abwarten.
Kanzleramtschef Thorsten Frei sagte, man habe sich natürlich mehr gewünscht, der engagierte Wahlkampf von Hagel sei aber ein großer Erfolg. Die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir hätten das Parteilogo kontinuierlich versteckt; es sei keine grüne Programmatik gewählt worden. (dpa)
19.31 Uhr: Im Landtag ist es sehr ruhig. Keine Ausrufe oder Jubeln. Einzelne Politiker geben Fernseh- und Rundfunksendern Interviews. (schl)
19.29 Uhr: Auch Jan Stefan Roell, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), äußert sich zum Wahlergebnis. „Das im Wahlkampf bedeutendste Themenfeld war die Wirtschaft – bei den Wählern und den Spitzenkandidaten. Die Menschen im Land spüren, dass sich etwas ändern muss. Unser Standort braucht ein echtes Upgrade.“ Es seien im Wahlkampf gute Vorschläge gemacht worden. „Aus den Worten müssen Taten folgen. In welcher Konstellation auch immer: Sondierungsgespräche bzw. Koalitionsverhandlungen müssen die Fragestellung in den Mittelpunkt rücken, wie die Südwestwirtschaft gestärkt werden kann“, betonte der BWIHK-Präsident. (jüs)
19.27 Uhr: Judith Skudelny, Generalsekretärin der FDP, blickt gerade auf die neuesten Prozentzahlen. Ihre Partei liegt jetzt bei 4,3 Prozent. Jetzt müsse ein Wunder geschehen, um an dem Ergebnis noch etwas zu ändern: „Es wurde ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Hagel und Özdemir ausgerufen. Darunter haben alle kleineren Parteien gelitten.“
Auf Nachfrage über personelle Konsequenzen antwortet sie, Rülke habe bereits angekündigt, Verantwortung zu übernehmen. Er würde das aber zuerst dem Parteigremium mitteilen – das hielte sie auch für richtig.
Bei ihrer anschließenden Rede wendet sich Skudelny an alle Anwesenden: „Wir haben einen gesellschaftlichen Wandel hin zu radikalen Parteien“, ihr Herz schlage derweil für eine Regierung aus der Mitte: „Der Phönix wird aus der Asche wieder aufsteigen“, sagt sie mit Blick auf die Zukunft der FDP. (leo)
19.26 Uhr: Es gibt auch schon eine erste Reaktion aus der baden-württembergischen Wirtschaft. Der Präsident des des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), Ulrich Theileis, ruft zu raschen Koalitionsverhandlungen auf. „Angesichts globaler Krisen, fragiler Handelsbeziehungen und einer von chronischer Stagnation geprägten Wirtschaft hat unser Land keine Zeit zu verlieren. Stillstand können wir uns nicht leisten, es braucht Aufbruchsstimmung.“ Der BWGV vertritt die Volks- und Raiffeisenbanken im Land, aber auch landwirtschaftliche Genossenschaften und Energiegenossenschaften. (jüs)
19.23 Uhr: Annette Schavan (CDU) sagt: „Als Konsequenz müssen wir sagen, dass eine Gesellschaft mehr Leidenschaft für Demokratie braucht.“ Die Demokraten müssten mehr Gemeinsamkeiten entwickeln und die die einen Auftrag bekommen, müssten jetzt schauen, wie sie das Land voranbringen. (bin)
19.17 Uhr: Manuel Hagel im ARD-Interview: „Wir haben 5 bis 6 Prozent zugelegt und trotzdem nicht gewonnen. Dafür trage ich die Verantwortung. Mein Name stand auf dem Wahlplakat, es waren meine Entscheidungen.“ Der Zuwachs der Grünen komme vor allem zulasten der SPD und der Linken um einen CDU-Ministerpräsidenten zu verhindern. Dass es die FDP nicht mehr in den Landtag schaffe, sei schade. Der Landtag sei mit der FDP ein besserer Landtag. Für die CDU sei immer wichtig gewesen, einen Wahlkampf mit Stil und Anstand zu führen. Leider hätten zuletzt eher andere Themen eine Rolle gespielt. (dat)
19.16 Uhr: Neben Stoch gibt Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) und Kim Sophie Bohnen von der Linken Interviews. Bohnen sagt, dass man auch außerhalb des Landtags mit der Linken rechnen könne. Die Linke wird nach den ersten Hochrechnungen den Einzug in den Landtag wohl verpassen. (schl)
19.14 Uhr: Ähnlich äußert sich ihre Mitspitzenkandidatin Kim Sophie Bohnen im SWR. Es gebe einerseits eine Enttäuschung, aber andererseits hätten die Linken das beste Ergebnis ihrer Geschichte in Baden-Württemberg erreicht. Und sie hat noch Hoffnung für den Wahlabend: „Es ist noch nicht vorbei.“ (jüs)
19.13 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann im ARD-Interview: „Wir hatten ja so ein Erlebnis 2016 schonmal. Mich freut das im Herzen und wir haben das Cem Özdemir zu verdanken.“ Die Zeiten seien schwierig und herausfordernd. Man könne in den bisherigen Spuren weiterarbeiten. „Wir hinterlassen ein gut bestelltes Haus, eine gut bestellte Regierung.“ Man wolle weiterhin das führende Land bleiben für Forschung, Entwicklung und Innovation. Man müsse jetzt in eine härtere argumentative Auseinandersetzung mit den rechten Kräften einsteigen. „Ich bin froh, dass ich jetzt aufhören darf.“ Bei einem so talentierten Nachfolger gehe man froh aus dem Amt. (dat)
19.12 Uhr: Im Landtag haben zahlreiche Fernseh- und Rundfunksender ihre Positionen aufgebaut. Gerade wird Innenminister Thomas Strobl interviewt. Er sagt, dass der Vorsprung der CDU geschmolzen sei, doch wie es am Ende des Wahlabends tatsächlich aussehe, wisse derzeit niemand. (schl)
Schlüter)19.10 Uhr: Mersedeh Ghazaei, eine der drei Spitzenkandidatinnen der Linken, bewertet das Ergebnis geteilt. „Die Enttäuschung ist da. Aber immerhin lagen wir lange Zeit bei sieben Prozent. Als Grund dafür, dass es wahrscheinlich dennoch nicht gereicht hat, vermutet die Stuttgarter Linken-Politikerin, dass viele Menschen, mit der Zweitstimme statt der Linken, doch die Grünen gewählt haben, um Manuel Hagel zu verhindern. (jüs)
Schmidt)19.08 Uhr: Manche hatten nach Manuel Hagels Worten fast den Eindruck, er werde zurücktreten. Doch bei der CDU legt man Wert auf die Formulierung Hagels, er „trage“ die Verantwortung. Also: Er wird sie weiter tragen. Auf der Wahlparty gibt es nur aus der dritten Reihe kritische Stimmen, die Granden der Partei sagen klar: Keinen Zweifel an Manuel Hagel. (bin)
19.07 Uhr: Ricarda Lang: „Ich hab‘ einige Dutzend Wahlkampftermine gemacht, ich bin einfach nur glücklich. Wir erleben einen historischen Wahlabend, Cem Özdemir ist die Wahnsinnsaufholjagd gelungen.“
Thekla Walker: „Ich bin überwältig, ich hoffe, dass sich die ZDF-Prognose bestätigt.“
Winfried Hermann: „Ein starkes Stück.“
Pascal Haggenmüller: „Diese Aufholjagd geht in die Geschichte ein“
Cem Özdemir: „Ich hab‘ die Zahlen auch gesehen, ich bin auch optimistisch, aber wir müssen noch abwarten.“ (zur jubelnden Anhängerschaft) „Wenn wir die Zahlen, die wir jetzt sehen, tatsächlich einfahren, hat das mit sehr vielen engagierten Menschen zu tun.“
19.03 Uhr: Jens Spahn (CDU) im ARD-Interview. „Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen.“ Özdemir habe alles versteckt, was inhaltlich Grün gewesen sei. Spahn kritisiert „eine Schmutzkampagne auf Social Media“. (dat)
19.03 Uhr: Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger, lobt den Wahlkampf, auch von Manuel Hagel: „Es ist ein sehr gutes Ergebnis mit über 30 Prozent, leider haben die Grünen wohl noch mehr mobilisiert.“ Die „Schmutzkampagne“ wegen des Eva-Videos habe „eine gewissen Wirkung“ hinterlassen. Zweifel am Kandidaten lässt er nicht aufkommen: „Wir stehen voll hinter ihm.“ (bin)
18.59 Uhr: Özdemir im ARD-Interview kurz nach der neuesten Hochrechnung, die weiterhin einen rund Zwei-Prozente-Vorsprung zur CDU angibt: „Ich habe immer gesagt, das Rennen ist offen.“ Es gehe immer um Klimaschutz und Wirtschaft gemeinsam. Es sei kein Gegensatz, sondern der erfolgreiche Weg in Baden-Württemberg. „Wir sind das gallische Dorf in der Mitte der Gesellschaft.“ Der Wahlkampf sei jetzt zu Ende gegangen. Es sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Man habe das Land sehr verlässlich seit zehn Jahren regiert, so wolle er es beibehalten. „Wenn ich das Land führe, führe ich es in der Mitte, nicht nach Parteibuch.“ (dat)
18.58 Uhr: Es ist ruhig in der Alten Kanzlei. Die FDP ist zurückhaltend mit ihren Reaktionen, während die ersten Teller mit Maultaschen und Kässpätzle in den Raum getragen werden. Friedrich Haag, Sprecher für Wohnungsbau und Individuelle Mobilität der FDP, hält Schwankungen in den Prozentzahlen noch für möglich: „Die FDP war die einzige Partei, die ihre Themen in den Vordergrund des Wahlkampfes gestellt hat.“ Zwischen CDU und Grüne habe währenddessen eine Schlammschlacht stattgefunden. (leo)
18.57 Uhr: Bei den Linken ist die Partystimmung sehr verhalten. Es wird viel geredet, die Musik ist deutlich leiser als bei der Wahlparty zur Bundestagswahl vor einem Jahr. (jüs)
18.56 Uhr: Thomas Blenke, Staatssekretär CDU: „Die Zahlen sind erfreulich für mich. Wir haben 6 Prozent zugelegt. Das hatte auch keine Umfrage auf dem Schirm. Das ist toll und es zeigt auch, dass wir den richtigen Spitzenkandidaten hatten, der richtigen Wahlkampf gemacht hat.“ (bin)
18.53 Uhr: Hans-Ulrich Rülke (FDP): Ich übernehme die entsprechende Verantwortung, wenn das endgültige Ergebnis dann feststeht. (dat)
18.49 Uhr: Andreas Stoch (SPD): „Ich hätte nie geglaubt, dass ich einmal in einem Fernsehstudio stehen muss und über eine einstellige Zahl zum Wahlergebnis der SPD sprechen muss.“ Es habe der SPD Stimmen gekostet, weil viele SPD-Wähler Özdemir gewählt hätten, um Hagel zu verhindern. Allerdings müsse man sich fragen, was sich im Land ändern solle, wenn weiterhin die gleichen Parteien das Land führten wie bislang. (dat)
18.44 Uhr: Thorsten Frei (CDU), Chef des Bundeskanzleramts, im ARD-Interview: Die Wahl habe sich stark zwischen zwei Personen polarisiert, worunter auch die anderen Parteien litten. „Die Hochrechnung ist knapper als die Prognose.“ Den Grünen sei eine große Rückstandsaufholung gelungen. Jedoch liegen die Abstände noch im Bereich der Fehlertoleranzen. „Wir haben einen sehr engagierten und sehr besonnenen Wahlkampf geführt“, der auf die Menschen in Baden-Württemberg zugeschnitten gewesen sei. Man müsse sich sehr genau anschauen, warum es zu einem so knappen Rennen gekommen sei. (dat)
18.42 Uhr: Der Landeschef der Jungen Union, Florian Hummel, sagt: „Wir müssen einen langen Abend abwarten und es könnte spannend werden. Heute Abend ist das Rennen noch offen, dementsprechend warten wir ab, wie die Wähler entschieden haben. Auf die Frage nach Fehlern in der Kampagne sagt er: „Es ist jetzt nicht die Zeit, über Fehler zu sprechen.“ (bin)
18.39 Uhr: Schon kurz nach der ersten Prognose tritt der CDU-Spitzenkandidat vor die CDU-Anhänger im Geno-Haus. Der 37-jährige Landeschef wird mit rhythmischem Klatschen empfangen. Alle anwesenden Minister, auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, stehen hinter Hagel, im wörtlichen Sinne, und applaudieren. Es soll ein Zeichen der Geschlossenheit sein. „Ich danke den Wahlkämpfern, ihr wart einfach klasse“, sagt er an die Basis, man habe unermüdlich gekämpft, und sei „mit Anstand über sich hinaus gewachsen“. Hagel liest die Rede ab, wirkt angefasst und müht sich zu einem Lächeln, doch die Enttäuschung ist ihm anzusehen.
Offen spricht Hagel die Debatte um Videos der letzten Tage an: „Danke meiner Familie, meiner Frau, weil offen gesagt die letzten Wochen für meine Frau, meine Familie mich persönlich eine enorme Belastung waren.“ Es gelte aber der Satz von Erwin Teufel – erst das Land, dann die Partei, dann die Person. „Führung heißt auch immer Verantwortung, ich trage für den Wahlkampf, unsere Kampagne und das Ergebnis die Verantwortung.“ Das klingt fast nach Rücktritt, doch der trotzige Applaus signalisiert das Gegenteil. Manche bei der CDU hoffen noch auf die Briefwahl-Auszählung. (bin)
18.38 Uhr: Cem Özdemir kommt – minutenlanger Applaus, er schafft es kaum zur Bühne nach vorne. Man hat den Eindruck: Hier wird ein Wahlsieger beklatscht, auch wenn der Abend noch jung ist und man erst von einem vorläufigen Wahlsieger sprechen kann. Auch seine Frau Flavia kommt mit auf die Bühne. Seine ersten Worte: „Was für ein Wahlkampf, was für eine fulminante Aufholjagd.“ Özdemir mahnt zur Zurückhaltung. „Es ist noch zu früh, final etwas zu sagen.“ Aber man könne sich bereits jetzt freuen. „Danke an jeden und jede Einzelne.“ Dass man heute hier stehe und diese Zahlen jetzt sehe, das habe mit vielen Menschen zu tun, die sich eingebracht hätten. (dat)
18.38 Uhr: Auch die Jugendorganisation der FDP ist vor Ort: Die Jungen Liberalen seien überrascht von dem Ergebnis, man hätte einen Einzug erwartet, sagt Lucius Köpstein. Er ist stellvertretender Pressesprecher der Jungen Liberalen: „Es ist ein trauriges Ergebnis, nach all der Arbeit die im Wahlkampf steckt. Aber es ist kein Endergebnis – nur eine erste Prognose.“ Die Jugendorganisation sei außerdem gespannt, wie sich die Wählerstimmen der 16 bis 21-Jährigen verteilen, dort verspreche man sich einen höheren Stimmenanteil, so Köpstein.
Die CDU betrachte man derweil kritisch. Linnemann und Merz hätten versucht der FDP in den Rücken zu fallen, indem sie Wählern der FDP eine grüne Regierung voraussagten: „Wenn die CDU nicht weiter weiß, müssen sie Stimmen von uns ausleihen“, sagt Köpstein. (leo)
18.37 Uhr: Bei der SPD gedrückte Stimmung und betroffene Gesichter. Immer noch werden die Zahlen der Hochrechnung angespannt verfolgt. Schauen, was der Abend noch bringt, heißt es. Und immer wieder ist zu hören, dass Stich dies nicht verdient hätte. (schl)
Schlüter)18.36 Uhr: Mit tosendem Jubel wurden in der Berliner Grünen-Parteizentrale die Prognosen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg begrüßt. „Das ist ein sensationelles Ergebnis“, erklärte Parteichefin Franziska Brantner mit Blick auf die vorläufige Führung. Man habe gezeigt, dass Klimaschutz und Wirtschaft zusammen gingen. „Es ist ein großer Erfolg für Cem Özdemir, es ist ein großer Erfolg für uns Grüne.“ Es sei ein „krasses Zeichen, dass ein anatolischer Schwabe“ vielleicht der nächste Ministerpräsident werde – so bezeichnet sich Özdemir selbst mit Blick auf seinen Migrationshintergrund. „Wir haben gekämpft und gezeigt, wie eine Aufholjagd aussehen kann“, erklärte die Politische Geschäftsführerin Pegah Edalatian.
Co-Parteichef Felix Banaszak äußerte sich ähnlich begeistert. „Leute, Leute, Leute, Leute! Was für ein Start in dieses Superwahljahr 2026.“ Und: „Was für ein toller Tag für Baden-Württemberg, was für ein toller Tag aber auch für Bündnis 90/Die Grünen.» Banaszak gratulierte Özdemir und den anderen Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern.
Man habe während des Wahlkampfs an einem Strang gezogen, betonte Banaszak. In der Tat kam aus anderen Bundesländern oder Berlin wenig Widerspruch zu Özdemir, obwohl dessen Ultra-Realo-Kurs gerade linken Grünen schwer im Magen liegt. „Eine solche Geschlossenheit, die gab’s bei Bündnis 90/Die Grünen noch nie“, sagte Banaszak. „Die Grünen, mit denen ist zu rechnen in diesem Land.“
Der CDU unter Kanzler und Parteichef Friedrich Merz warf Banaszak Orientierungslosigkeit, Rückwärtsgewandtheit und einen Kurs vor, der die Spaltung der Gesellschaft befördere. (dpa)
18.32 Uhr: Die Rechtspopulisten treffen sich in einem Industriegebiet in der Nähe des Flughafens, wo ihre Parteizentrale liegt. Markus Frohnmaier begrüßt die Gäste gegen drei viertel sechs zu einer „Rumpfwahlparty“ – das Steigenberger Hotel gegenüber des Hauptbahnhofs hatte die Rechtspopulisten kurzfristig wieder ausgeladen. Wobei diese Version nur von der AfD gestreut wird – das Hotel sagt nichts. Abwechselnd schaute er auf sein Handy, wo erste Zahlen eintrudeln, telefoniert mit Parteichef Tino Chrupalla, der gemeinsam mit Alice Weidel in Stuttgart ist, und spricht mit seinen Freunden und Unterstützern. Dabei betreibt er auch „Erwartungs-Management“, will heißen, dass er der AfD-Gemeinde klarmacht, dass es wohl diesmal nicht an die 20 Prozent reicht. Entsprechend happy sind die Besucher, als die Zahlen um 18 Uhr da sind.
Weniger begeistert kommentiert Marc Bernhard, Vorsitzender der Landesgruppe im Bundestag, das Ergebnis: er sagt angesichts des Wahler Erfolges der Grünen, das Ende der Automobilindustrie in Baden-Württemberg voraus. (smic)
18.31 Uhr: +++ Erste landesweite Zahlen: Grüne stärkste Kraft, AfD und CDU legen deutlich zu +++
Die ersten landesweiten Zahlen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg sind da. Nach dem aktuellen Stand der Zweitstimmen ergibt sich laut Hochrechnung von infratest dimap um 18.24 Uhr folgendes Bild (in Klammern die Veränderung zur Wahl 2021):
Die Linke: 4,5 % (+0,9)
GRÜNE: 31,8 % (-0,8)
CDU: 29,3 % (+5,2)
AfD: 17,6 % (+7,9)
SPD: 5,5 % (-5,5)
FDP: 4,5 % (-6,0)
(dat)
18.30 Uhr: Der Saal im LKA Longhorn in Stuttgart, wo die Linke ihre Wahlparty feiert, ist voll. Wir werden heute Abend feiern, obwohl es wahrscheinlich nicht gereicht hat, sagt die Landessprecherin der Linken, Sahra Mirow. (jüs)
Schmidt)18.25 Uhr: Bei den Linken wird bei der Prognose verhalten geklatscht, als die 4,5 Prozent verkündet werden. Der Bundesvorsitzende Jan van Aken zeigt sich trotzdem zufrieden. „So stark waren wir noch nie in Baden-Württemberg“, sagt er in seiner kurzen Ansprache. (jüs)
18.25 Uhr: 18 Prozent – und die FDP und die Linke sind raus! Markus Frohnmaier (Mitte mit Handy) und seine Parteifreunde von der AfD freuen sich über das Wahlergebnis. (smic)
Schwarz)18.22 Uhr: Nach den Prognosen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner das Ergebnis ihrer Partei als „ein gutes Signal aus Baden-Württemberg an die Republik“ bezeichnet. Die Menschen hätten sich für Zuversicht und Mut entschieden „und nicht für den Weg zurück in die Vergangenheit“, sagte Brantner. Das Ergebnis sei auch ein großer Erfolg für den Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir.
Nach den Prognosen von ARD und ZDF liegen die Grünen mit Spitzenkandidat Özdemir knapp vor der CDU von Landeschef Manuel Hagel. Sie kommen auf 31,5 bis 32 Prozent (2021: 32,6 Prozent), die CDU liegt mit 29,0 bis 30,5 Prozent knapp dahinter (24,1). (dpa)
18.19 Uhr: Andreas Stoch (SPD) betrifft den Raum sichtlich erschüttert. Schlägt der Fraktion und der Partei vor, eine Neuaufstellung vorzunehmen. Er selbst werde nicht mehr Teil davon sein. Stoch mahnt die Partei unter großem Applaus zur Geschlossenheit. Es ist für Stoch sicherlich ein schwerer Gang, der auch vielen Anwesenden weh tut. (schl)
18.17 Uhr: Justizministerin Marion Gentges (CDU): „Nach der ZDF Prognose liegen wir ja Kopf an Kopf beide über 30 Prozent. Das ist gut. Bei Kopf an Kopf spricht viel für einen langen Wahlabend. Ich kann mir vorstellen, dass die Briefwahl das Resultat noch mal verändern können. Ich bin von Haus aus Optimist.“ (bin)
18.15 Uhr: Dicht an dicht drängen sich Mitglieder und Unterstützer der FDP, um einen ersten Blick auf die Zahlen zu erhaschen. Der Stimmenverlust der SPD sorgt für erstaunte Gesichter, während die Prozentzahl der Linke bejubelt wird: Ironisch oder unironisch?
Die eigene Partei liegt mit 4,5 Prozent noch unter der 5 Prozent Hürde, die Anwesenden nehmen das nüchtern auf: „Wir bleiben heute so lange hier, bis die Zahl bei 5 Prozent liegt“, so Gabriele Reich-Gutjahr, Kreisvorsitzende der FDP. Die CDU sei mit ihrer Strategie, die FDP nochmal „klein zu machen“, gescheitert. Jetzt warte man optimistisch ab: Die Briefwahl sei immerhin noch nicht ausgezählt. (leo)
Henes)18.08 Uhr: Leichter Jubel bei der CDU, als das ZDF 30,5 Prozent anzeigen, man hatte deutlich weniger erwartet. Als die FDP bei 4,5 Prozent angesagt wird, herrscht Betroffenheit, Jubel beim Ergebnis der Linken. Irgendwie hatte man hier mit schlimmeren gerechnet, bei der ARD liegt die CDU mit 3 Prozent hinten. (bin)
Binkowski)
Binkowski)18.05 Uhr: Erste Prognose 5,5 Prozent für die SPD., nur noch die Hälfte verglichen mit der letzten Landtagswahl. Das wären möglicherweise nur noch 8 Sitze. Angesichts der Zahlen geht ein Stöhnen durch den Raum. Es ist sehr ruhig im Raum. Besorgte Gesichter blicken auf den Bildschirm an der Wand. (schl)
Schlüter)18 Uhr: Bei der SPD spürt man, dass sich der Wahlkampf in den vergangenen Wochen stark auf Grüne und CDU konzentrierte. Die kleineren Parteien sind daneben in den Hintergrund getreten. (schl)
17.58 Uhr: Die Räumlichkeiten der Alten Kanzlei in Stuttgart füllen sich: Bei der Wahlkampfparty der FDP warten etwa 160 Personen auf die ersten Prognosen. Gabriele Heise, Kandidatin im Wahlkreis Stuttgart III, zeigt sich „vorsichtig optimistisch“. Die letzten Umfragewerte seien stabil zwischen fünf und sechs Prozent gewesen, die Rückmeldungen an den Infoständen in den letzten Tagen des Wahlkampfs seien positiv ausgefallen: „Auch viele junge Wähler kamen auf uns zu, um sich zu informieren.“ Dass das Mindestalter der Wähler bei dieser Landtagswahl erstmals bei 16 liegt, begrüße sie: „Es geht um die Zukunft der junge Leute, sie sollten auch mitentscheiden.“
Gemeinsam mit ihrer Tochter, Erstwählerin bei einer Landtagswahl, blickt sie auf die Anzeigetafel – gespannt, wie auch alle anderen Anwesenden. (leo)
Schlüter)17.50 Uhr: Die SPD trifft sich im 5. Stock, von der Dachterrasse hat man einen guten Blick auf den Landtag, das neue Schloss mit den Medienzelten von SWR und ZDF und den Schlossplatz. Der Spitzenkandidat Andreas Stoch ist noch nicht da. Gerade ist Generalsekretär Sascha Binder angekommen. Alle Blicke gehen in Richtung des großen Bildschirms in Erwartung der Prognose um 18 Uhr. (schl)
17.35 Uhr: Gespannte Erwartung bei der CDU, die im Geno-Haus in Stuttgart feiert. Alle warten auf die ersten Prognosen. Der Spitzenkandidat Manuel Hagel wird schon kurz nach 18 Uhr erwartet. Die Vize-Regierungssprecherin Nadja El-Almi sagt: „Wir sind gespannt optimistisch.“
Zahlreiche Abgeordnete sind auf der Wahlparty, aus den Boxen kommt fröhliche Musik. Alles ist in Adenauer-Türkis erleuchtet. Der Trend lief zuletzt gegen die CDU; dennoch versucht man sich in Optimismus. „Da kann sich noch viel tun“, sagt der Ludwigsburger Ex-Abgeordnete Klaus Herrmann, „da kann sich noch einiges entwickeln.“ (bin)
17.24 Uhr: Die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg könnte nach einer ersten Prognose im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren höher ausfallen. Die Beteiligung in den Wahllokalen – also ohne Briefwähler – habe um 14 Uhr gut 41 Prozent betragen und sei damit rund zehn Prozentpunkte höher als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, teilte Landeswahlleiterin Cornelia Nesch mit.
Bei der Landtagswahl 2021 sei um 14 Uhr eine Wahlbeteiligung der Urnenwähler von knapp 31 Prozent ermittelt worden. Vor fünf Jahren hätten coronabedingt aber auch weniger Wähler in den Wahllokalen abgestimmt und dafür mehr per Briefwahl, hieß es.
Von den rund 7,7 Millionen Wahlberechtigten hätten in diesem Jahr etwa zwei Millionen Briefwahl beantragt. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet. Im Anschluss daran wird das vorläufige amtliche Wahlergebnis ermittelt.
Bei der Landtagswahl 2021 unter Corona-Bedingungen lag die Wahlbeteiligung bei 63,8 Prozent. (dpa)
Quelle/Autor: Staatsanzeiger