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Was alles im Jahr 2025 passiert ist

Feuerwerk erleuchtet den Nachthimmel über der Stadt zum Jahreswechsel.
IMAGO/Arnulf Hettrich)A wie „Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG)“
Eine erneute Reform des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) hat der Bundestag im Sommer verabschiedet. Paragraf 23 hat den Bau von Tausenden Wohnungen in ganz Deutschland auf alten Gleisanlagen erschwert. Die Ampel-Koalition wollte damit ursprünglich Bahnstrecken vor einer Überbauung schützen, die für die Verkehrswende gebraucht werden könnten. Doch auch Wohnprojekte wie das Stuttgarter Rosensteinviertel wurden verhindert. Die Reform der Reform sorgte für Aufatmen und die Stadt Stuttgart zog ihre Verfassungsbeschwerde gegen das AEG zurück. (ru)
B wie „Bednarz“
Landratswahlen gab es 2025 in Freudenstadt , wo der Vizepräsident der Gemeindeprüfungsanstalt Andreas Junt (parteilos) gegen den CDU-Bürgermeister von Baiersbronn Michael Ruf gewann. In Calw wurde Helmut Riegger (CDU) bestätigt, im Enzkreis Bastian Rosenau (parteilos) . In Göppingen folgt Markus Möller (CDU) auf Edgar Wolff (Freie Wähler). Einen Wahlkrimi gab es in Tübingen mit Daniela Hüttig (parteilos) und Hendrik Bednarz um die Nachfolge von Joachim Walter. Im dritten Wahlgang hatte Bednarz die Stimme, die ihn zum einzigen SPD-Landrat im Land machte. (wab)
C wie „Corona-Soforthilfe“
Wer Corona-Soforthilfe zu Beginn der Pandemie beantragt hatte und dann das Geld ganz oder teilweise an die L-Bank zurückzahlen musste, kann seit dem Herbst wieder hoffen. Erst hat der Verwaltungsgerichtshof beschlossen, dass die Rückforderungen rechtswidrig waren, wenn sie sich auf Hilfen beziehen, die nach der Landesrichtlinie vom März 2020 beantragt worden waren, nun kommt auch politisch Bewegung in die Sache. Im Landtag herrscht Einigkeit, dass alle Betroffenen ihr Geld zurückerhalten sollen. (jüs)
D wie „Demokratie“
Das Vielfaltsbarometer der Robert-Bosch-Stiftung und der Demokratiemonitor der Uni Hohenheim haben sich mit der Frage befasst, wie es um die Demokratie bestellt ist. Danach sind 55 Prozent der Menschen im Land der Ansicht, dass man in Deutschland seine Meinung nicht mehr äußern dürfe. Positionen zwischen den Bürgern sind zunehmend verhärtet, so ein Ergebnis des Vielfaltsbarometers. 17 Prozent der Befragten im Demokratiemonitor haben ein rechtspopulistisches Weltbild. Knapp ein Viertel meint, die Regierenden „betrügen das Volk“. (schl)
E wie „Ebert“
Er war Sozialdemokrat und von 1919 bis zu seinem Tod im Jahr 1925 erster Reichspräsident der Weimarer Republik: Der gebürtige Heidelberger Friedrich Ebert starb vor 100 Jahren im Alter von 54 Jahren am 28. Februar 1925 in Berlin. Er war von 1913 bis 1919 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Kurz nach seinem Tod wurde die SPD-nahe und nach ihm benannte Friedrich-Ebert-Stiftung gegründet. Sozialpolitik wurde zum Schwerpunkt seiner Arbeit. Ziel seiner Politik war es immer, Verbesserungen für die arbeitende Bevölkerung zu erreichen. (rik)
F wie „Finanzkrise“
Ausgabenexplosion und schrumpfende Einnahmen – die kommunale Finanzkrise macht es Kreisen, Städten und Gemeinden schwer, ausgeglichene Haushalte aufzustellen. Auf bis zu 35 Milliarden pro Jahr werde sich deutschlandweit das Defizit belaufen, sagen die kommunalen Spitzenverbände. Das Land stärkt die kommunale Liquidität mit vorzeitigen Auszahlungen und bringt einen Nachtragshaushalt ein, um den Kommunen zu helfen. Diese fordern Strukturreformen vom Gesetzgeber. (wab)
G wie „Grundsteuer“
Die ersten Bescheide der neuen Grundsteuer erreichten die Grundstückseigner im Januar. Die Hebesätze haben die Städte und Gemeinden festgelegt. Wegen der schwierigen Finanzlage mussten viele die Steuer erhöhen. Einige Eigentümer berichteten von wesentlich höheren Abgaben, andere vom moderaten Anstieg oder sogar weniger Steuerbelastung. Laut Eigentümerverbänden haben sich Wohngrundstücke insgesamt verteuert. Grund dafür soll auch das Bodenwertmodell sein – eine Berechnungsmethode, die es nur in Baden-Württemberg gibt. (ru)
H wie „Hagel“
Manuel Hagel ist 2025 nicht nur ein Jahr älter geworden, er ist mit 37 auch nicht mehr der jüngste Spitzenkandidat, der am 8. März eine echte Chance auf Platz eins hat. In den Umfragen ist die AfD an den Grünen vorbeigezogen. Deren Kandidat Markus Frohnmaier ist erst 34. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Hagel die AfD zum Hauptgegner erklärt hat. Die Grünen schont er, braucht er sie doch, falls eine Koalition aus CDU, SPD und FDP keine Mehrheit bekommt. Hagels schielt auf die Villa Reitzenstein, und die Chancen stehen gut, dass er tatsächlich der neue Hausherr wird. (smic)
I wie „Italien“
Italien und Deutschland haben am 20. Dezember 1955 eine Vereinbarung über die Anwerbung und Vermittlung von italienischen Arbeitskräften in die Bundesrepublik Deutschland abgeschlossen. Dieses Anwerbeabkommen unter dem Kabinett des damaligen Bundeskanzlers Adenauer regelte die praktische Durchführung der Arbeitsvermittlung in Italien an deutsche Unternehmen von der Auswahl der Bewerber in Italien bis hin zu Anreise, Lohnfragen und Familiennachzug. Es war das erste Abkommen seiner Art zwischen der Bundesrepublik und einem anderen Land. (rik)
J wie „Jubiläum“
Jubiläum: Vor 175 Jahren wurde der „Staats-Anzeiger für Württemberg“ gegründet. In einer Epoche, die von gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen geprägt war, entstand ein Staatsorgan, das lange Zeit vom damals herrschenden König Wilhelm I. gar nicht gewollt war. Es war eine Hofpostille mit amtlichen Bekanntmachungen und Veröffentlichungen. Seit dem 21. Mai 1952 erscheint die Zeitung mit dem heute bekannten Titel. 1991 wurde ein unabhängiger Staatsanzeiger-Verlag gegründet, der als selbstständiges Wirtschaftsunternehmen zuständig ist. (rik)
K wie „Klimaschutz“
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien will das Land auch den Klimaschutz vorantreiben. Bei Photovoltaik kommt man gut voran. Anders bei der Windenergie. 27 Anlagen gingen dieses Jahr neu in Betrieb. Kaum mehr als im Jahr davor. Trotz aller Bemühungen, den Ausbau voranzutreiben. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) ist aber sicher: Der Ausbau wird kommen. Mehrere 100 Anlagen sind inzwischen in der Planung. Das ist auch notwendig. Nach neuen Studien kann Windkraft im Süden Flauten im Norden abpuffern. (schl)
L wie „Landesbauordnung“
Als „Gesetz für das schnellere Bauen“ trat am 28. Juni 2025 die Novelle der Landesbauordnung in Kraft. Baden-Württembergs Bauministerin Nicole Razavi (CDU) führte ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren samt Genehmigungsfiktion ein und schaffte das Widerspruchsverfahren, etwa für vom Bau betroffenen, Nachbarn, ab. Vollkommen verfahrensfrei sind Nutzungsänderungen, um Wohnraum zu schaffen; Aufstockungen und der Ausbau von Dachgeschossen wurden erleichtert. Kommunen und Architekten kritisieren die Abschaffung des Widerspruchsverfahrens, weil Nachbarschaftsrechte geschwächt würden und so das Risiko auf Klagen wachse. (leja)
M wie „Mietpreisbremse“
In seiner letzten Sitzung hat der Landtag die Mietpreisbremse bis Ende 2026 verlängert – und dabei Kritik von Städtetag, Mieterbund und der SPD ausgelöst. Umstritten ist, dass Mannheim und Konstanz ab 1. Januar 2026 aus der Gebietskulisse rausfallen. Das könne man niemandem erklären, monierte der Städtetag. Für den Mieterbund ist die Einigung der Koalition „unzureichend, kurzsichtig und politisch motiviert“. Die Verlängerung erfolge auf Grundlage der neuen Gebietskulisse, wie sie ein unabhängiger Gutachter ermittelt hat, so CDU-Bauministerin Nicole Razavi. (ru)
N wie „Naturschutz“
Beim Thema Naturschutz scheiden sich die Geister, wenn es um den Umgang mit Wolf, Biber und Co. geht. Diese Arten unterliegen dem Naturschutzgesetz. Die FDP möchte diese Tiere bereits seit Jahren ins Jagdgesetz aufgenommen wissen. Und auch die CDU und ihr Forstminister Peter Hauk wollen diese Arten gerne in das Jagd-und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) aufnehmen und geraten damit in Konflikt mit der für Naturschutz zuständigen Umweltministerin Thekla Walker (Grüne), die das ablehnt. Hauk will den Wolf trotzdem per Rechtsverordnung ins JWMG aufnehmen. (schl)
O wie „Özdemir“
Eigentlich hätte 2025 für Cem Özdemir nicht besser laufen können. Während Union und SPD in Berlin den Auftakt verstolperten, konnte der ehemalige Landwirtschaftsminister das Schauspiel von der Seitenlinie kommentieren. Und gleichzeitig die Geschichte des Gastarbeiterkindes erzählen, das die Wirtschaft im Südwesten wieder in Schwung bringt. Doch die Wähler scheinen das bislang nicht zu honorieren. Neun Prozent fehlen noch auf Manuel Hagels CDU. Am 8. März wird es sich zeigen, wem die Bürger die Nachfolge von Winfried Kretschmann eher zutrauen. (smic)
P wie „Prozess“
Vor 50 Jahren begann in Stuttgart der „Baader-Meinhof- Prozess “ gegen Terroristinnen und Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF). Es war eines der spektakulärsten Strafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. In einem eigens dafür errichteten Hochsicherheitsgebäude in Stammheim begann am 21. Mai 1975 der Prozess gegen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof und Jan-Carl Raspe. Alle Angeklagten wurden zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, alle nahmen sich im Gefängnis das Leben. (rik)
Q wie „Quanten-Computing“
Bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gelten Deutschland und Baden-Württemberg als abgehängt, doch beim Quanten-Computing stehen die Chancen für den Südwesten nicht schlecht im weltweiten Wettlauf eine Rolle zu spielen. Das Stuttgarter Start-up Quant hat im Sommer mehr als 60 Millionen Euro von Kapitalgebern eingesammelt, um die Entwicklung und Produktion von Quanten-Prozessoren voranzutreiben, die 50-mal schneller rechnen können als herkömmliche. Und IBM will sein Datenzentrum mit Quantencomputern in Ehningen weiter ausbauen. (jüs)
R wie „Regelungsbefreiungsgesetz“
Bürokratieabbau ist ein mühseliges Geschäft. Nun soll das neue Regelungsbefreiungsgesetz Abhilfe schaffen. Kommunen können bei den zuständigen Ministerien nachfragen, ob sie auf lästige Landesregeln verzichten können. Wenn sich der Verzicht bewährt, kann die ganze Regel gekippt werden. Das Gesetz gilt seit Ende Oktober und immer wieder betont CDU-Innenminister Thomas Strobl seine Begeisterung, dass der Landtag das Gesetz einstimmig beschlossen hat. (wab)
S wie „Stuttgart 21“
Schon wieder! Die Eröffnung des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 wurde erneut verschoben. Noch im Juli hatte die Bahn dafür den Dezember 2026 im Visier. Nun ist selbst 2027 unsicher. Grund sind Schwierigkeiten bei der digitalen Leit- und Sicherungstechnik. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verlangt von der Bahn, sie müsse nun nachvollziehbar darlegen, wie es weitergehe. Sonst erodiere das Vertrauen weiter. Die neue Konzernchefin Evelyn Palla will bis Mitte 2026 dafür ein Konzept vorlegen. Vor Ende 2027 halte sie jedoch einen Start für unrealistisch. (leja)
T wie „Trumpf“
Beim Ditzinger Maschinenbauer Trumpf ist Peter Leibinger seit Sommer 2023 Aufsichtsratschef, in diesem Jahr hat der Miteigentümer des Laserspezialisten auch noch eines der wichtigsten Ehrenämter in der deutschen Wirtschaft übernommen. Seit Januar ist der 58-Jährige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Damit hatten drei Manager aus dem Südwesten 2025 Schlüsselpositionen in deutschen Wirtschaftsverbänden inne. Rainer Dulger ist noch immer Arbeitgeberpräsident, Stefan Wolf stand bis Ende Oktober an der Spitze von Gesamtmetall. (jüs)
U wie „Untersuchungsausschuss“
Ein Untersuchungsausschuss , heißt es, sei das schärfste Schwert des Parlaments. Doch das ist fast untertrieben, wenn man eine Bilanz des Untersuchungsausschusses „IdP & Beförderungspraxis“ zieht, der 265 Stunden tagte, 57 Zeugen hörte, 150 Aktenordner füllte und jetzt nach dreieinhalb Jahren zu Ende ging. Am Ende steht ein beschädigter, aber im Amt verbliebener Innenminister, die Abschaffung des Amts des Inspekteurs der Polizei (IdP), ein neues polizeiliches Beförderungswesen und ein geschärfter Blick auf die Gefahr sexueller Belästigung in der Landesverwaltung. (smic)
V wie „Verbrenner-Aus“
Die düstere Vision vom deutschen Detroit geht um. Daher begrüßen die Autobauer die nun von der EU-Kommission vorgeschlagene Abschwächung des Verbrenner-Aus . Bislang sollten ab 2035 keine CO₂-emittierenden Neuwagen mehr zugelassen werden dürfen. Nun wird nur noch eine 90-prozentige CO₂-Reduktion verlangt, was Verbrenner mit synthetischen E-Fuels oder anderen Technologien erlaubt. Die Autoindustrie begrüßt das. Denn sie will etwa Pkw mit Doppelantrieb (Hybrid-Fahrzeuge) bauen und setzt auf E-Autos mit Range-Extender, wo ein kleiner Verbrenner-Motor die Batterie aufladen kann. (leja)
W wie „Walter“
Eine Ära geht zu Ende: 22 Jahre war er Landrat in Tübingen, zwölf Jahre Präsident des Landkreistags. Joachim Walter hat dieses Jahr seine Ämter aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Eigentlich wollte Walter schon vor einem Jahr seinen Präsidentenposten an Achim Brötel , CDU-Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises , abgeben, als dieser Präsident des Deutschen Landkreistages wurde. Doch nach einem Gentleman-Agreement wartete Walter ein Jahr. In Balingen wurde der Christdemokrat mit einem neuen Amt verabschiedet: Ehrenpräsident des Landkreistages. (wab)
X wie „XXL-Landtag“
Ein Satz mit x, das war wohl nix: Diese Erkenntnis könnte sich spätestens am Wahlabend auch bei jenen breitmachen, die der Änderung des Landtagsrechts zugestimmt haben. Falls Baden-Württemberg tatsächlich einen XXL-Landtag bekommt, träte ein, wovor die FDP und der Bietigheimer Privatmann Dieter Distler seit Jahren warnen. Doch ihrer beider Bürgerbegehren sind aus Mangel an Unterstützerunterschriften gescheitert. Jetzt hilft nur noch beten, dass die Wahl nicht so ungünstig ausgeht, wie befürchtet. Sonst platzt der neue Landtag aus allen Nähten. (smic)
Y wie „Yale“
Baden-Württemberg will Wissenschaftler aus den USA abwerben. Ganz gleich, ob aus Yale , Harvard oder von anderen Hochschulen: Wissenschaftler sollen in Baden-Württemberg gute Arbeits- und Forschungsbedingungen finden. Zielgruppe sind vor allem Doktoranden und Hochschulmitarbeiter, denen wegen ihrer Fachrichtung in den USA unter Donald Trump staatliche Fördergelder gestrichen werden sollen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um die Fächer Medizin, Climate Studies, Biowissenschaften oder auch Gender Studies. (schl)
Z wie „ZF Friedrichshafen“
Vom rasch wachsenden Autozulieferer und sprudelnden Einnahmequelle für die Stadt Friedrichshafen ist ZF Friedrichshafen im abgelaufenen Jahr endgültig zum Sanierungsfall geworden. Die Nummer 6 der Autozulieferer weltweit steht damit hierzulande sinnbildlich für die Branche insgesamt. Im Automotive-Sektor sollen in den kommenden Jahren Zehntausende Stellen abgebaut werden. Allein die Friedrichshafener wollen bis Ende 2028 14.000 Jobs in Deutschland streichen. Ein Mitarbeiter musste schon in diesem Jahr gehen: Vorstandschef Holger Klein musste im September gehen. (jüs)