Debatten im Landtag vom 9. und 10. März 2022

Landtag spricht sich vorläufig gegen Jagd auf Biber aus

Der Biber ist wieder in Baden-Württemberg heimisch. Obwohl die Ansiedlung begrüßenswert sei, müsse der Biber ins Jagdrecht genommen werden, sagte Klaus Hoher (FDP).

STUTTGART. 1846 wurde der letzte Biber im Südwesten geschossen. Seit etwa 20 Jahren kehrt das Nagetier nun nach und nach zurück. Inzwischen schätzt das Umweltministerium den Bestand auf rund 7500 Tiere. Am Donnerstag beschäftigte sich der Landtag auf Antrag der FDP mit dem Thema. Die Liberalen hatten in einer Landtagsanfrage die Weiterentwicklung des Bibermanagements in Baden-Württemberg und Einrichtung eines Biberfonds gefordert.

Obwohl die Ansiedlung begrüßenswert sei, müsse der Biber ins Jagdrecht genommen werden, sagte Klaus Hoher (FDP). Mit seinen Dämmen sorge er nämlich häufig für Überschwemmungen, die von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen bis hin zu totalen Ausfällen führen könnten.

12.000 Biber im Land

Udo Stein (AfD) kritisierte: „Der Staat fühlt sich bisher nicht verpflichtet, die Bürger zu entschädigen, wenn das staatlich streng geschütztes Tier Schäden verursacht.“ Und dies, obwohl die Biberpopulation mittlerweile bei 12 000 angelangt sei. Stein forderte eine schnellstmögliche Regulierung des Bestands. Dabei spreche niemand von erneuter Ausrottung, es sei nur von gezieltem Management die Rede.

Markus Rösler (Grüne) und Klaus Burger (CDU) kündigten das Einreichen eines alternativen Antrags zu dem Thema an. Beiden sind die biberbedingten Schäden zwar bewusst und beide sind der Meinung, dass der Fonds auch auf gerechtfertigte Ansprüche abzielt, allerdings sei er das falsche Instrument zur Problemlösung.

Modellprojekt startet in Biberach

Ihr Antrag soll Bezug nehmen auf ein Modellprojekt, das an diesem Freitag in Biberach (Riss) startet. Die Biberbeauftragten vor Ort seien für die regelmäßige Berichterstattung des Bibermonitorings zuständig. Dadurch solle geklärt werden, wie man zukünftig mit dem Biber in Baden-Württemberg umgehen sollte.

Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) sagte, er freue sich auf das Modellprojekt nach bayrischem Vorbild und begrüße die Regulierung des Biberbestandes, wenn es sinnvoll erscheine. Der Landtag lehnte den Antrag der FDP zur Weiterentwicklung des Bibermanagements und Einrichtung eines Biberfonds in namentliche Abstimmung ab. Von 129 Abgeordneten stimmten 45 zugunsten des Antrags.

Quelle/Autor: Leonie Haug

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